Vor ein paar Jahren saß ich mit einem Bekannten in einer kleinen Musikerkneipe, gleich hinter’m Kiez, und blätterte in einem Buch über die Zeit der Beatmusik. Dabei stießen wir auf einen Namen, der unsere Aufmerksamkeit fesselte: Buddy Britten. Viel war über ihn nicht zu erfahren, ja, an sich so gut wie gar nichts, außer das er wohl Beatmusik machte, aussah wie man es von jemanden erwartet der Buddy heißt, eine handvoll Singles in den Sechzigern aufgenommen hat und dann wieder von der Bildfläche verschwand. Auch aus meinem Gedächtnis verschwand der Name wieder bis Anfang des Jahres 2002. Aus irgendeinem, heute nicht mehr nachvollziehbaren Grund, wollte ich die worst website ever (damals gab’ es noch kein MySpace) gestalten und mir fehlte nur noch ein Thema. Da erinnerte ich mich an den vergessenen Beat-Briten.
Die Gestaltung der Seite war in knapp 10 Minuten erledigt, inklusive einiger Zappelgrafiken und einem, ebenso gesundheitsgefährdenden wie schniecken, Backgroundbild. Roy Orbison Sonnenbrille auf, here we go: The unoficiall Buddy Britten Fan HOMEPAGE intterantial. 2002 war Google noch nicht die Megadatenschleuder und auch heute findet Google gerade mal 118.000 Einträge zu “Buddy Britten” (die wenigsten davon führen zu Infos über den Beatmusiker, die meisten hingegen zu Benjamin Britten). “Carlo Little” hingegen wird 7,5 Millionen mal gefunden. Carlo Little, 2005 leider verstorben, schrieb mir eine Mail, das er zwar nicht wüßte wo Buddy Britten heute lebt, aber er hätte die frühere Adresse seiner Eltern. Carlo Little war, wie ich später erst herausfand, einer der ganz großen vergessenen Helden des Beats. Der Schlagzeuger, der Keith Moon das trommeln beibrachte, der beinahe bei den Stones gelandet wäre, mit Jimmy Page spielte, der Mitch Mitchell inspirierte und Screaming Lord Sutch nicht nur das schreien beibrachte sondern auch bis zu seinem Tod sein bester Freund war. Und er spielte 3 Monate Drums bei Buddy Britten & the Regents.
1999 wurde Carlo Little von seinem alten Kollegen Charlie Watts eingeladen ihn Backstage im Wembley Stadion zu besuchen. Das traff sich gut, da Carlo eh vor Ort war. Er verkaufte Hamburger im Stadion. Ich muß gestehen, das ich ziemlich gerührt war, das meine, eigentlich als Joke gedachte, Website auf der Carlo Little Homepage unter den Links als einzige Buddy Britten Fan Page gelistet war.
Heute erreichte mich eine Mail von einer Mrs. Waters aus England, die, so nehme ich mal an, über die Seite von Carlo Little auf meiner Buddy Britten Seite landete:
He (Buddy Britten) is now a well known author and writes under the name of Geoffrey Glover-Wright. Still lives in UK as far as I know.
2 responses so far ↓
The Captain // Jan 19th 2007 at 12:47 pm
Ach, ich hätte die Seite beinahe vergessen und habe mich so ein zweites Mal amüsieren können. Ich denke Buddy Britten solte in einem unserer Lieder auftreten. Als Bruder Yoko Onos.
Mark Hutchinson // Mar 3rd 2007 at 5:24 pm
Buddy Britten’s real name is Glover Wright - he resides in Jersey and is an author. I have some photos of him - email me if you would like them or more information.
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